Europas Gebäude: eine rettende Lösung

Dienstag, 28. März 2017

Es ist Zeit: Wecken wir den schlafenden Riesen! Laut einer neuen Studie besteht in Europas Gebäudesektor nach wie vor ein enormes Energieeinsparpotenzial. Hinter Beton, Glas und Stahl verbirgt sich ein ungeheures Potenzial – wir können es nutzen und so für enorme Einsparungen, neue Arbeitsplätze und bessere Lebensräume sorgen.

In den Gebäuden, in denen wir schlafen, essen, lernen und arbeiten, verbirgt sich ein ungeheures Potenzial: Im Jahr 2030 könnten die EU-Bürger Heizkosten in Höhe von 67 Milliarden Euro pro Jahr sparen, und die CO2-Emissionen ließen sich in einer Größenordnung reduzieren, die dem Schadstoffausstoß von etwa 82 Millionen PKW entspricht. 

Diese bahnbrechenden Erkenntnisse wurden im Rahmen einer neuen Studie vorgestellt, die kürzlich von der Energieberatungsagentur Ecofys (ein Navigant-Unternehmen) veröffentlicht wurde. Der Bericht war von Danfoss initiiert worden und ist ein Beleg für die enormen Energieeinsparungen, die sich durch ein besseres Management des Energieflusses in Europas Gebäuden realisieren lassen könnten. Doch dieses Potenzial wird derzeit nur unzureichend ausgeschöpft.  

Wir verbringen die meiste Zeit in Gebäuden. So ist es nicht verwunderlich, dass Gebäude viel Energie verbrauchen. Doch 75 % unseres Wohnungsbestands sind nicht energieeffizient. Der größte Teil dieser gewaltigen Menge an Energie wird zur Aufrechterhaltung der gewünschten Temperatur und Luftqualität durch Heizungs-, Kühl- und Lüftungsanlagen – also durch die Gebäudetechnik – verwendet. 

Wenn diese Systeme nicht optimal funktionieren, geht Energie verloren; sie kosten viel Geld und können Gesundheits- und Umweltschäden verursachen. Doch wir haben die Technologien, um dies zu verhindern. Durch konsistente Verbesserungen können wir Energieverluste vermeiden, Kosten sparen und die Lebensqualität in unseren Gebäuden weiter erhöhen. Der Bericht bewertet ein Szenario, bei dem Gebäude bis zum Jahr 2030 renoviert werden. Der Energieverbrauch in diesen Gebäuden könnte durch die Modernisierung der Heiz-, Kühl-, Lüftungs-, Beleuchtungs- und Warmwassersysteme um rund 30 % reduziert werden.

„Wir verfügen über alle erforderlichen Technologien, um unsere Gebäude mit Intelligenz auszustatten. Angesichts der Erkenntnisse der neuen Ecofys-Studie kann man davon ausgehen, dass wir allein durch eine verbesserte Steuerung der Energieströme in Gebäuden und mithilfe neuartiger Technologien (wie der Digitalisierung) das EU-Energieeffizienzziel 2030 schon zu etwa 15 % erreichen könnten. Doch wir brauchen die Hilfe der Politik, um Hürden zu überwinden und schneller mehr Geld investieren zu können. Dies wird die richtigen Marktsignale für mehr Innovation, Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum setzen“, meint André Borouchaki, Vizepräsident und Technikvorstand der Firma Danfoss.  

Laut den Berechnungen von Danfoss (die auf dem Bericht „Accelerating Building Efficiency“ des World Resources Institute von 2016 basieren) wird das Erreichen von 15 % des Energieeffizienz-Zieles der EU für das Jahr 2030 mit der Schaffung von 300.000 neuen Arbeitsplätze einhergehen. 

Jene 67 Milliarden Euro, die wir im Falle des Einsatzes leistungsstarker Gebäudetechnik pro Jahr (vor allem durch den Verzicht auf Gasimporte aus Drittländern) einsparen, könnten stattdessen in Europa investiert werden, was wiederum die Versorgung und den Lebensstandard der EU-Bürger verbessern würde.

Wenn wir die Energieeffizienz im Gebäudebereich signifikant verbessert wollen, müssen wir uns zwangsläufig auf die bereits bestehenden Gebäude konzentrieren. Neun von zehn existierenden Gebäuden in der EU werden bis zum Jahr 2050 genutzt werden. Die Renovierung unseres Gebäudebestandes ist weniger kostenintensiv als viele derzeit glauben. Die Investitionskosten für grundlegende Verbesserungen im Bereich der Regulierung von Energieströmen in Gebäuden sind gering, und die Amortisationszeit beträgt lediglich zwei Jahre. 

„Die konsequente Optimierung des Energieverbrauchs der technischen Systeme in bestehenden Gebäuden sollte jetzt in ganz Europa beginnen“, fordert Dr. Andreas Hermelink, stellvertretender Direktor von Ecofys, einem Navigant-Unternehmen. „Wir sprechen hier von sogenannten ‚No-Regret‘-Maßnahmen, die schnell zu einer sehr deutlichen Senkung des Energieverbrauchs, der Energiekosten und der CO2-Emissionen führen können. Die Überarbeitung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sollte einen starken und nachhaltigen Impuls zur kosteneffizienten Ausschöpfung des gesamten Einsparpotenzials gebäudetechnischer Systeme setzen.“

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
Alix Chambris, Leiter der Danfoss-Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit in EU-Fragen, +32476224441, chambris@danfoss.com